Der Blutkreislauf des Menschen

#1 von jbaudach , 16.01.2019 12:04

Der Lungenkreislauf bildet zusammen mit dem großen oder Körperkreislauf den Blutkreislauf des Menschen. Er beginnt im rechten Herzen: Das aus dem Körper kommende sauerstoffarme und mit Kohlendioxid beladene Blut wird über den rechten Vorhof und die rechte Kammer in den Truncus pulmonalis (Lungenstamm oder Lungenschlagader) gepumpt. Dieser spaltet sich in die rechte und die linke Lungenarterie auf, die sich in immer dünnere Gefäße verästeln bis hin zu den Kapillaren. Diese zarten Blutgefäße umgeben netzartig die mehr als 100 Millionen mit Atemluft gefüllten Alveolen (Lungenbläschen). Hier findet der Gasaustausch statt: Kohlendioxid wird durch die dünne Wand zwischen den Alveolen und den Kapillaren aus dem Blut in die Alveolen abgegeben und dann über die Atemluft abgeatmet.
Umgekehrt gelangt der mit der Atemluft aufgenommene Sauerstoff von den Alveolen in die Blutbahn und wird zum Weitertransport an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) gebunden. Das nun sauerstoffreiche (oxygenierte) Blut gelangt dann über mehrere Pulmonalvenen zurück zum Herzen, und zwar zum linken Vorhof und weiter in die linke Herzkammer. Von hier aus wird es in die Hauptschlagader (Aorta) und weiter in den ganzen Körper gepumpt (Körperkreislauf oder großer Blutkreislauf).


Hoher Blutdruck
Wenn das Herz stärker arbeitet

Bei einem Messwert von 140/90 mmHg ist von erhöhten Blutdruck (Hypertonie) die Rede, da der optimale Blutdruck bei 120/80 mmHg liegen sollte.
Diese Werte kommen von der WHO - Weltgesundheitsorganisation

Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind. Ärzte sprechen in diesem Fall von Hypertonie oder arterieller Hypertonie. Bei 90 Prozent der Hypertoniker ist eine organische Ursache nicht erkennbar. Diese Art des Bluthochdrucks wird essentielle Hypertonie genannt oder auch primäre Hypertonie.

m menschlichen Körper wird der Blutdruck durch einen sehr komplexen Mechanismus reguliert. Dabei treten biochemische Botenstoffe, Organe, Blutgefäße und das Nervensystem miteinander in Wechselwirkung. Dieser Mechanismus ist bis heute nur teilweise erforscht. Die Ärzte wissen nur lückenhaft, an welchen Stellen dieser Mechanismus so gestört wird, dass Bluthochdruck entsteht. Das heißt, die körperlichen Ursachen für den zu hohen Blutdruck sind bis heute nicht bekannt.

In zahlreichen Studien haben Forscher herausgefunden, welche Umstände Bluthochdruck begünstigen. Dazu tragen in erster Linie die Erbanlagen und der persönliche Lebensstil bei. Es sind folgende Faktoren bekannt , die zu Bluthochdruck führen.

genetische Veranlagung
gestörter Fettstoffwechsel
Rauchen oder Diabetes
dauerhaft zu hoher Salzanteil in der Ernährung
Übergewicht und Bewegungsmangel
chronischer Stress

Bei allgemeinen Tests und Routineuntersuchungen wird häufig auch der Blutdruck gemessen. Entdeckt ein Arzt dabei zu hohe Werte, wird er in aller Regel weitere Untersuchungen vornehmen. Durch eine einzige Blutdruckmessung lässt sich Bluthochdruck nicht feststellen. Dazu sind mindestens drei Blutdruckmessungen an zwei verschiedenen Tagen notwendig. Der Arzt wird außerdem die Werte berücksichtigen, die ein Patient zu Hause selbst gemessen hat. Bestehen dann noch Zweifel, kann er eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchführen. Alle Werte zusammen zeigen dem Arzt, ob ein Patient Bluthochdruck hat und wie schwer die Krankheit ausgeprägt ist.



Das wichtigste und wirksamste Mittel gegen Bluthochdruck ist eine gesunde Lebensweise. Das bedeutet für viele Betroffene eine massive Änderung ihres gewohnten Lebens. Doch es lohnt sich. Denn durch eine gesunde Lebensweise kann eine leichte Hypertonie oft schon auf normale Werte sinken. Erkrankte mit einer schwereren Form der Hypertonie können durch einen gesunden Lebensstil erreichen, dass sie möglichst wenig Medikamente nehmen müssen.
Die wichtigsten Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil
Normalgewicht anstreben
mäßiger Alkoholgenuss
wenig Kochsalz zu sich nehmen
gesunde Ernährung
Verzicht auf Nikotin
regelmäßige körperliche Betätigung
regelmäßiger Tagesablauf mit Pausen für Erholung und Entspannung
Jeder Hypertoniker sollte so viel wie möglich von diesen Empfehlungen umsetzen. Das gelingt sicher nicht auf Anhieb. Doch im Laufe der Zeit haben es schon viele Bluthochdruck-Erkrankte geschafft, ihre Werte durch einen gesunden Lebensstil deutlich zu senken.

Niedriger Blutdruck

Niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie) tritt in der Bevölkerung sehr häufig auf. Definitionsgemäß liegt dann ein niedriger Blutdruck vor, wenn die Werte unter 105 zu 65 mmHG (Milimeter Quecksilbersäule) liegen. Ein zu niedriger Blutdruck betrifft oftmals junge, schlanke Frauen. Die arterielle Hypotonie zeigt sich meist mit Schwindel, Müdigkeit, Ohrensausen oder Herzrasen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Blutdruck auch ohne Medikamente wieder in Schwung zu bringen.

Niedriger Blutdruck: Beschreibung
Ein niedriger Blutdruck betrifft weltweit viele Menschen. Im allgemeinen Sprachgebrauch stellt der Blutdruck den Druck in den großen Arterien (Gefäße, die vom Herz wegführen) dar. Dieser Druck wird einerseits durch die Elastizität und den Widerstand der Gefäßwände bestimmt. Außerdem hat die Schlagkraft und die Frequenz des Herzens, also wie viel Blutvolumen pro Herzschlag in den Kreislauf befördert wird, einen Einfluss auf den Blutdruck.
Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen. In dem Moment, wo das Herz schlägt und Blut auswirft, wird der obere systolische Wert gemessen. Der untere diastolische Wert bezieht sich auf die Entspannungsphase des Herzens, wenn es sich wieder mit Blut füllt. Wichtig ist außerdem, dass ein niedriger Blutdruck lediglich ein Symptom beziehungsweise einen Messwert und keine eigenständige Erkrankung darstellt.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte der angestrebte Wert um die 120 zu 80 mmHg liegen. Viele Menschen leiden darunter, dass ihr Blutdruck zu niedrig ist – besonders junge, schlanke Frauen. Im Vergleich zu Bluthochdruck ist ein zu niedriger Blutdruck selten bedrohlich, denn die Organe können dadurch nicht geschädigt werden, solange die Blutversorgung aufrechterhalten bleibt. Jedoch kann ein niedriger Blutdruck gefährlich werden und zu einer Ohnmacht führen, wenn die Werte zu sehr sinken. Die arterielle Hypotonie kann außerdem ein Hinweis auf andere Organerkrankungen sein und sollte deshalb bei regelmäßigem Auftreten untersucht werden. Wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Niedriger Blutdruck: Ursachen und Risikofaktoren
Grund für Schwindel und Müdigkeit ist oftmals ein niedriger Blutdruck mit verschiedenen Ursachen. Ein niedriger Blutdruck betrifft besonders häufig junge, schlanke Frauen. Eine fehlende körperliche Aktivität kann die Erkrankung ebenfalls begünstigen.
Veranlagter niedriger Blutdruck (primäre Hypotonie)
Ein niedriger Blutdruck tritt häufig auf, wenn die angestrebten Sollwerte des Körpers anlagebedingt etwas zu niedrig sind. Der Körper verfügt über ein eigenes System, um den Blutdruck zu regulieren. In den Halsschlagadern finden sich dafür kleine Druckmesskörperchen, die den Blutdruck im Gefäß fühlen können. Ihre Signale werden an das Kreislaufzentrum im Stammhirn weitergeleitet. Dort werden wiederum Signale zur Weit- oder Engstellung an die Blutgefäße gesendet. So werden bei hohem Blutdruck die Gefäße weiter gestellt und der Blutdruck sinkt. Wenn ein zu niedriger Blutdruck vorliegt, werden die Gefäße verengt und der Blutdruck steigt an. Ein niedriger Blutdruck wird durch den Körper im Regelfall noch durch einen zweiten Mechanismus des Körpers verhindert. Wenn der Blutdruck im zuführenden Nierengefäß sinkt, schüttet die Niere das Hormon Renin aus, welches über eine Hormonkaskade den Blutdruck erhöht. Beide Mechanismen zur Blutdruckregulation können gestört sein und ein chronischer niedriger Blutdruck ist die Folge.
Flüssigkeitsmangel
Ein niedriger Blutdruck kann zudem durch ein vermindertes Flüssigkeitsvolumen im Körper bedingt sein. Verliert der Körper vermehrt Flüssigkeit durch starkes Schwitzen, zu wenig Trinken, Durchfall, Erbrechen oder Blutungen, vermindert sich die Menge an zirkulierendem Blut. Hierbei wird die Durchblutung anfangs in den peripheren Organen gedrosselt, um Hirn und Herzkranzgefäße weiterhin zu durchbluten. Dabei spricht man von einer „Kreislaufzentralisation“, da die Durchblutung auf die lebensnotwendigen Organe im Körperzentrum und im Kopf beschränkt wird um die Blutversorgung dort zu sichern.
Sekundärer niedriger Blutdruck
Ein niedriger Blutdruck, der in der Folge anderer Krankheiten auftritt, kann folgende Ursachen haben:
Krankheiten, durch die ein niedriger Blutdruck entstehen kann:
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Unterfunktion der Nebennierenrinde (Addison-Krankheit)
Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz)
Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Perikarditits)
Salzmangel (Hyponatriämie)
Venenschwäche (Krampfadern)
Medikamente, bei denen ein niedriger Blutdruck als Nebenwirkung auftreten kann:
Psychopharmaka (gegen Depressionen, Ängste, Schlaflosigkeit)
Antiarrythmika (gegen Herzrhythmusstörungen)
Antihypertonika (gegen Bluthochdruck)
Diuretika (wasserausschwemmende Medikamente)
Koronarmittel (bei Angina pectoris: Nitro-Sprays)
Vasodilatatoren (gefäßerweiternde Mittel)
Orthostatischer niedriger Blutdruck
Hier wird ein niedriger Blutdruck durch das Versacken des Blutes in den Beinen beim schnellen Aufstehen verursacht. Das Gehirn wird nicht ausreichend mit Blut versorgt und es kommt zu Schwindel oder sogar zu Ohnmacht. Mögliche Ursachen, die zu einem niedrigen orthostatischen Blutdruck führen können:
sekundärer niedriger Blutdruck
Störung des autonomen Nervensystems (zum Beispiel durch Diabetes mellitus)
Nervenzellschädigung im Gehirn (beispielsweise durch Morbus Parkinson, Alkoholmissbrauch)
Krampfadern (Varikosis)
nach einer tiefen Beinvenenthrombose (Postthrombotisches Syndrom)
Niedriger Blutdruck: Untersuchungen und Diagnose
Um die Diagnose „niedriger Blutdruck“ stellen zu können, müssen wiederholte Blutdruckmessungen erfolgen. Wichtig ist dabei, dass die Messungen an verschiedenen Tagen und auch zu verschiedenen Uhrzeiten durchgeführt werden. Mit Hilfe des Schellong-Tests kann der Arzt herausfinden, ob ein niedriger Blutdruck durch die fehlende orthostatische Regulation bedingt ist. Der Blutdruck und die Pulsfrequenz werden hierfür alle 30 oder 60 Sekunden im Liegen gemessen. Anschließend wird im gleichen Rhythmus im Stehen oder unter körperlicher Belastung regelmäßig weitergemessen.
Eine etwas aufwändigere Messmethode ist der sogenannte Kipptisch-Versuch. Hierbei wird der Patient, bei dem im Vorfeld ein niedriger Blutdruck diagnostiziert wurde, auf einen Kipptisch mit zwei Haltegurten festgebunden. Im Liegen werden zehn Minuten lang Blutdruck und Puls gemessen. Anschließend wird der Tisch um 60 Grad aufrecht gekippt und weiterhin gemessen.
Wenn ein niedriger Blutdruck ganz plötzlich auftritt oder der Blutdruck sehr stark erniedrigt ist, sollte unbedingt nach der Ursache gesucht werden. Um eine sekundäre arterielle Hypertonie auszuschließen, werden Ultraschall- und Blutuntersuchungen gemacht.
Niedriger Blutdruck: Behandlung
Fast alle Menschen kennen ihn – ein niedriger Blutdruck. Hausmittel und einfache Maßnahmen verschaffen vielen Betroffenen eine Linderung der Symptome. Eine richtige medikamentöse Therapie wird nur dann notwendig, wenn der Patient unter ernsthaften Beschwerden leidet oder ein wirkliches Risiko vorliegt.
Niedriger Blutdruck – was tun?
Es gibt verschiedene einfache Maßnahmen, die zu einer Linderung der Symptome führen.
Bewegung und körperliche Aktivität
Ein niedriger Blutdruck – oder viel mehr seine Symptome – lassen sich nachweislich mit regelmäßiger Bewegung und Sport verbessern. Dadurch kommt der Kreislauf in Schwung und Symptome wie Schwindel und Müdigkeit klingen ab. Ein niedriger Blutdruck liegt oftmals morgens nach dem Aufstehen vor. Im Liegen kann man bereits die Füße abwechselnd strecken und anwinkeln. Dadurch wird der Blutfluss in den Beinen angeregt. Beim Aufstehen sollte man sich erst einmal langsam an die Bettkante setzen bevor man dann langsam aufsteht. Besonders Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren regt den Kreislauf auch langfristig an.
Wechselduschen
Sollte mal wieder ein niedriger Blutdruck auftreten, hilft ein rascher Wechsel zwischen warmer und kalter Temperatur. Das bewirkt, dass sich die Blutgefäße wechselnd weiten und wieder zusammenziehen. Durch diese Wechseldurchblutung wird die Spannung der Blutgefäße verbessert und der Kreislauf angeregt – die Beschwerden klingen ab. Am leichtesten fällt es, wenn man dabei von den Füßen aufwärts in Richtung Gesäß duscht. Benutzt man dazu noch eine durchblutungsfördernde Bürste oder einen Massageschwamm, wird ein noch besserer Effekt erzielt.
Ernährung
Eine Tasse Kaffee am Morgen macht bekanntlich wach. Grüner oder schwarzer Tee wirken allerdings genauso förderlich und regen den Kreislauf an. Ein niedriger Blutdruck wird von einigen Patienten auch mit dem Verzehr von Lakritz bewältigt. Lakritz, Hafer und Hülsenfrüchte enthalten sogenannte Saponine, die die Kortisolproduktion im Körper steigern und darüber den Blutdruck erhöhen. Oftmals haben Patienten, bei denen ein niedriger Blutdruck vorliegt, ein verstärktes Bedürfnis nach Salz. Das Salz aus der Nahrung bindet im Körper Flüssigkeit, wodurch sich das Volumen in den Gefäßen erhöht und der Blutdruck ansteigt. Die Erhöhung der Trinkmenge bewirkt ebenfalls, dass ein niedriger Blutdruck ansteigt.
Niedriger Blutdruck – Medikamentöse Therapie
Medikamente gehen häufig mit Nebenwirkungen einher. Daher sollte versucht werden, den Blutdruck erst einmal mit nicht-medikamentösen Maßnahmen zu erhöhen (siehe oben). Es gibt mehrere Wirkstoffe, die den Blutdruck erhöhen:
Sympathomimetika
Diese Wirkstoffgruppe kommt am häufigsten zum Einsatz. Ähnlich wie die körpereigenen Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin, erhöhen sie den Rückstrom zum Herzen, indem sie die Blutgefäße verengen. Gleichzeitig wird die Herzfrequenz erhöht und ein niedriger Blutdruck wird verhindert. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören: Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Unruhe und Zittrigkeit. Oftmals wird der Wirkstoff Etilefrin verwendet. Der Wirkstoff Dihydroergotamin findet ebenfalls häufig Verwendung und verfügt über eine längere Wirkdauer.
Erythropoetin
Erythropoetin ist ein Hormon, das die Reifung der roten Blutkörperchen anregt. Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff im Blut. Bei Patienten, bei denen ein therapieresistenter, viel zu niedriger Blutdruck vorliegt, kann Erythropoetin die Beschwerden eventuell verringern.


 
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zuletzt bearbeitet 07.02.2019 | Top

   

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